Aktualisiert Juni 2026
Regulierung

Glücksspiel-Reform in Österreich: Wann kommt die neue Aufsichtsbehörde?

Maximilian HuberRecht und Spielerschutz, Österreich
Kürzlich aktualisiert
4 Min. Lesezeit
Glücksspiel-Reform in Österreich und die geplante neue Aufsichtsbehörde
Glücksspiel-Reform in Österreich: Die geplante neue Aufsichtsbehörde im Überblick
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<p>Das österreichische Glücksspielrecht steht vor seinem größten Umbau seit Jahrzehnten. Eine Reform ist im Gange: Die Bundesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm angekündigt, die Aufsicht über das Glücksspiel neu aufzustellen und eine eigene, unabhängige Behörde zu schaffen. Bislang ist davon nichts in Kraft. Wer im Juni 2026 wissen will, was sich tatsächlich ändert und was nur ein Plan ist, muss zwischen beschlossenen Maßnahmen und Absichtserklärungen klar trennen. Wir ordnen den aktuellen Stand ein.</p>

Was heute gilt: Monopol und Bundesfinanzministerium

Das Glücksspiel ist in Österreich grundsätzlich dem Staat vorbehalten. Geregelt wird es im Glücksspielgesetz (GSpG), die Aufsicht liegt beim Bundesministerium für Finanzen (BMF). Für das Online-Glücksspiel gibt es bis heute nur eine einzige Konzession, und die hält win2day, die Plattform der Österreichischen Lotterien. win2day ist damit das einzige Online Casino, das in Österreich legal betrieben wird.

Alle anderen Anbieter, die sich an österreichische Spielerinnen und Spieler richten, arbeiten typischerweise mit einer Lizenz aus Malta (MGA) oder Curaçao. Sie sind nach österreichischem Recht nicht konzessioniert und bewegen sich im Graumarkt. Genau diese Konstruktion, ein staatliches Monopol auf der einen Seite und ein großer Graumarkt auf der anderen, steht im Zentrum der laufenden Reformdebatte.

Der Plan: eine eigene, unabhängige Glücksspielbehörde

Im Kern der Reform steht die Idee, die Aufsicht aus dem Finanzministerium herauszulösen und einer eigenständigen Behörde zu übertragen. Damit folgt Österreich einem Modell, das in mehreren EU-Staaten bereits etabliert ist, etwa mit der Glücksspielbehörde in Deutschland oder vergleichbaren Regulierern in Spanien und Dänemark.

Ein eigener Regulierer soll die Aufsicht professionalisieren, den Spielerschutz stärken und konsequenter gegen illegale Angebote vorgehen. Wichtig ist dabei die Einordnung: Ein fixer Name, ein Gesetzestext und ein verbindlicher Starttermin liegen Stand Juni 2026 noch nicht vor. Die Schaffung der Behörde ist ein erklärtes Ziel der Regierung, aber sie ist noch nicht beschlossen. Konkrete Eckdaten dürften erst mit dem zugehörigen Gesetzesentwurf feststehen.

Vom Monopol zum Multi-Lizenz-Modell

Eng mit der neuen Behörde verknüpft ist die Frage, ob Österreich sein Online-Monopol öffnet. In der politischen Diskussion steht ein Wechsel zu einem Multi-Lizenz-Modell, bei dem mehrere geprüfte Anbieter eine österreichische Konzession erhalten könnten, ähnlich wie es in vielen anderen EU-Ländern bereits üblich ist.

Ein zeitlicher Anker dabei ist die win2day-Konzession, die nach derzeitigem Stand bis 30. September 2027 läuft. Rund um dieses Datum entscheidet sich, ob das Monopol verlängert, neu vergeben oder durch ein Lizenzsystem ersetzt wird. Realistisch ist ein Übergang nicht von heute auf morgen: Sollte ein Multi-Lizenz-Modell kommen, wird ein Zeithorizont von etwa 2027 bis 2029 genannt. Verbindlich beschlossen ist auch das noch nicht.

Was bereits beschlossen ist: die höhere Glücksspielsteuer

Eine Maßnahme ist anders als die Behörde bereits Realität. Die Steuer auf Online-Glücksspiel wurde angehoben: Seit Juli 2025 gilt ein Satz von 45 Prozent statt zuvor 40 Prozent. Das betrifft die Bemessungsgrundlage der Anbieter und ist damit der konkreteste Teil des gesamten Reformpakets, der schon greift.

Für Spielerinnen und Spieler ändert die Steuer rechtlich zunächst nichts an der Frage, welches Angebot legal ist. Sie ist aber ein Signal, in welche Richtung sich die Rahmenbedingungen bewegen, und sie erhöht den fiskalischen Druck, das Online-Glücksspiel insgesamt klarer zu ordnen.

Strengerer Spielerschutz, aber noch im Entwurf

Teil der Reformüberlegungen ist außerdem ein deutlich strengerer Spielerschutz. Diskutiert werden unter anderem schärfere Einsatzgrenzen. Genannt wurde ein Entwurf mit einer Obergrenze von rund 2 Euro pro Spin, doch dieser Wert ist nicht in Stein gemeißelt und könnte im weiteren Verfahren noch abgeschwächt werden.

Unverändert bleibt das Mindestalter: Seit 10. Juli 2023 gilt in ganz Österreich einheitlich 18 Jahre für die Teilnahme am Glücksspiel. Wer Hilfe beim Thema Spielsucht sucht, findet sie bei der Spielsuchthilfe sowie über die Spielerschutz-Angebote des Finanzministeriums, unabhängig davon, wie die Reform am Ende ausgestaltet wird.

Was das für Spielerinnen und Spieler jetzt bedeutet

Kurz gesagt: Die Reform ist im Gange, aber noch nicht in Kraft. Beschlossen und wirksam ist bislang vor allem die höhere Glücksspielsteuer. Die neue Aufsichtsbehörde, ein mögliches Multi-Lizenz-Modell und strengere Einsatzlimits sind angekündigt, jedoch weder benannt noch terminlich fixiert.

Für die Rechtslage heißt das im Juni 2026: win2day bleibt das einzige in Österreich legale Online Casino. Alle übrigen Anbieter mit EU- oder Curaçao-Lizenz sind im Graumarkt aktiv und in Österreich nicht konzessioniert. Wir verfolgen das Gesetzgebungsverfahren und aktualisieren diesen Überblick, sobald ein konkreter Gesetzesentwurf, ein Name für die Behörde oder ein verbindlicher Starttermin vorliegt.