
<p>Die Konzession für das einzige legale Online Casino in Österreich, win2day, läuft am 30. September 2027 aus. Hinter dieser Frist steht das österreichische Glücksspielmonopol: Nur ein einziger Anbieter darf online Echtgeld-Casinospiele anbieten, und das ist win2day, betrieben von den Österreichischen Lotterien. Was nach dem Auslaufen der Konzession passiert, ist eine der wichtigsten offenen Fragen für den heimischen Markt. Wir ordnen die Faktenlage im Juni 2026 ein.</p>
Das österreichische Monopol und die win2day-Konzession
Das österreichische Glücksspielgesetz (GSpG) sieht ein staatliches Monopol vor. Für Online-Glücksspiel im Echtgeldbereich gibt es genau eine Konzession, und diese hält win2day über die Österreichischen Lotterien aus der Casinos-Austria-Gruppe. Damit ist win2day das einzige Online Casino, das in Österreich als legal gilt. Alle anderen Anbieter, die sich an österreichische Spieler richten, arbeiten mit Lizenzen aus Malta (MGA) oder Curaçao und bewegen sich aus österreichischer Sicht im Graumarkt.
Die aktuelle Konzession ist befristet und läuft nach derzeitigem Stand am 30. September 2027 aus. Das ist kein außergewöhnlicher Vorgang: Konzessionen im österreichischen Glücksspiel sind grundsätzlich zeitlich begrenzt und müssen neu vergeben werden. Neu ist jedoch der politische Kontext, in dem diese Frist diesmal liegt.
Warum 2027 mehr ist als nur eine Verlängerung
Parallel zum Ablauf der Konzession ist in Österreich eine umfassende Glücksspielreform im Gange. Die Bundesregierung hat angekündigt, das Aufsichtssystem neu aufzustellen und eine eigene, unabhängige Glücksspielbehörde zu schaffen. Bisher liegt die Aufsicht beim Bundesministerium für Finanzen (BMF). Ein konkreter Name oder ein fixes Startdatum für die neue Behörde standen im Juni 2026 noch nicht endgültig fest.
Zusätzlich wird über einen grundlegenden Systemwechsel diskutiert: weg vom reinen Monopol, hin zu einem Lizenzmodell nach EU-Vorbild, bei dem mehrere geprüfte Anbieter eine österreichische Lizenz erhalten könnten. Ein solcher Schritt wird in den Plänen für den Zeitraum bis etwa 2027 bis 2029 verortet. Wichtig ist: Diese Reform ist im Gange, aber noch nicht in Kraft. Bis ein neues Gesetz beschlossen und umgesetzt ist, gilt weiterhin das bestehende Monopol mit win2day als einzigem legalen Online Casino.
Was das konkret für Spieler bedeutet
Für Spieler ändert sich bis zum Ablauf der Konzession im September 2027 zunächst nichts an der Rechtslage. win2day bleibt das einzige Online Casino, das in Österreich legal betrieben wird. Wer Wert auf maximale rechtliche Sicherheit legt, ist dort am besten aufgehoben.
Die zahlreichen EU- und Curaçao-lizenzierten Anbieter, die im österreichischen Graumarkt aktiv sind, bleiben technisch erreichbar, sind aber aus österreichischer Sicht nicht legal lizenziert. Das hat eine praktische Konsequenz für den Spielerschutz: Österreichische Gerichte, bis hinauf zum Obersten Gerichtshof, haben in mehreren Verfahren Glücksspielverträge mit nicht konzessionierten Anbietern als nichtig eingestuft. In solchen Fällen konnten Spieler ihre Netto-Verluste zurückfordern. Wir berichten über diese Rückforderungsverfahren in einem eigenen Beitrag und raten, einzelne Urteile und laufende Verfahren immer im konkreten Einzelfall rechtlich prüfen zu lassen.
Unabhängig vom Anbieter gilt: Glücksspiel ist in Österreich erst ab 18 Jahren erlaubt. Wer das Gefühl hat, die Kontrolle zu verlieren, findet Hilfe bei der Spielsuchthilfe unter 01 544 13 57.
Drei Szenarien für die Zeit nach 2027
Erstens: Die bestehende Struktur wird fortgeführt und die Online-Konzession erneut, etwa wieder an win2day, vergeben. Das wäre die Variante mit der geringsten Veränderung für Spieler.
Zweitens: Die Reform bringt rechtzeitig ein neues Lizenzmodell, bei dem zusätzlich zum bisherigen Monopolisten weitere geprüfte Anbieter eine österreichische Lizenz erhalten. In diesem Fall würde sich der Markt deutlich öffnen, allerdings unter strengeren Auflagen für Werbung und Spielerschutz.
Drittens: Eine Übergangslösung, falls die Reform bis 2027 noch nicht abgeschlossen ist. Hier wäre denkbar, dass die laufende Konzession verlängert wird, bis das neue System steht. Welches Szenario eintritt, ist im Juni 2026 offen. Wir beobachten den Gesetzgebungsprozess laufend und aktualisieren diesen Beitrag, sobald belastbare Entscheidungen vorliegen.
