Aktualisiert Juni 2026
Steuern und Recht

Steuern auf Casino-Gewinne in Österreich

SB
Sophie Brandner
Zahlungen und Banking, Österreich
Aktualisiert Juni 2026
8 Min. Lesezeit

Die gute Nachricht zuerst: Wer in Österreich im Online Casino gewinnt, muss den Gewinn in aller Regel **nicht selbst versteuern**. Anders als Arbeitseinkommen unterliegen Glücksspielgewinne keiner Einkommensteuer. Die Steuerlast liegt beim Betreiber, der eine Glücksspielabgabe an den Staat abführt. Wichtig ist trotzdem ein genauer Blick auf den Unterschied zwischen dem einzigen legalen Anbieter win2day und den zahlreichen Casinos aus dem Graumarkt, denn dieser Unterschied wirkt sich nicht auf die Steuer, wohl aber auf die Sicherheit Ihrer Auszahlung aus.

Müssen Sie Casino-Gewinne versteuern?

Für private Spielerinnen und Spieler in Österreich lautet die Antwort in den meisten Fällen: nein. Gewinne aus dem Glücksspiel, also aus dem Spiel am Spielautomaten, beim Roulette, Blackjack oder im Online Casino, gelten nicht als Einkommen im Sinne des Einkommensteuergesetzes. Sie zählen weder zu den klassischen Einkunftsarten wie Lohn oder Gewinn aus selbständiger Arbeit, noch fallen sie unter die sonstigen Einkünfte. Das österreichische Steuersystem behandelt sie als Ergebnis von Glück, nicht als Ertrag einer Tätigkeit.

Das bedeutet konkret: Ein Gewinn, den Sie bei win2day oder bei einem anderen Anbieter erzielen, muss grundsätzlich nicht in der Arbeitnehmerveranlagung oder Steuererklärung angegeben werden. Es gibt keine Quellensteuer auf Ihre Gewinnauszahlung und keine prozentuale Abgabe, die das Casino von Ihrem ausgezahlten Betrag einbehält.

Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Wer regelmäßig hohe Beträge umsetzt, gewerblich pokert oder unsicher ist, ob die eigene Situation noch als reines Privatvergnügen gilt, sollte eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater hinzuziehen.

Die Rechtslage in Österreich

Das Glücksspiel in Österreich ist im **Glücksspielgesetz (GSpG)** geregelt, das in die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) fällt. Das GSpG legt fest, wer Glücksspiel anbieten darf, und es regelt zugleich die Abgaben, die Betreiber an den Staat zu leisten haben. Für die Online-Welt ist die zentrale Aussage: Österreich hat ein **staatliches Monopol** auf das Online Casino.

Konkret heißt das, dass nur ein einziger Anbieter über eine österreichische Konzession verfügt: **win2day**, betrieben von den Österreichischen Lotterien aus der Casinos-Austria-Gruppe. Alle anderen im deutschsprachigen Raum sichtbaren Marken arbeiten mit Lizenzen aus Malta (MGA) oder Curaçao. Sie sind **EU- oder Curaçao-lizenziert und im österreichischen Graumarkt aktiv**, also nicht nach österreichischem Recht legal, auch wenn sie technisch erreichbar sind und Einzahlungen aus Österreich entgegennehmen.

Für die Frage der Besteuerung des Spielers ist diese Unterscheidung zunächst zweitrangig: Ob legal oder Graumarkt, der Spieler selbst zahlt auf seinen Gewinn keine Einkommensteuer. Die rechtliche Einordnung wird aber dann sehr relevant, wenn es um die Sicherheit der Auszahlung und um mögliche Rückforderungen geht, dazu weiter unten mehr.

Das gesetzliche Mindestalter für die Teilnahme am Glücksspiel liegt einheitlich bei **18 Jahren**.

Spieler zahlen nicht, Betreiber schon

Die Steuerlast im österreichischen Glücksspiel trägt nicht der Spieler, sondern der Betreiber. Konzessionierte Anbieter führen eine **Glücksspielabgabe** an den Staat ab, die sich aus dem Bruttospielertrag berechnet, also vereinfacht aus den Einsätzen abzüglich der ausgezahlten Gewinne. Diese Abgabe ist Teil der Mischkalkulation des Casinos und wird nicht von Ihrer einzelnen Auszahlung abgezogen.

Für das österreichische Online-Glücksspiel wurde die Abgabenlast zuletzt erhöht. Die Online-Glücksspielabgabe wurde **von 40 auf 45 Prozent angehoben** und gilt in dieser Höhe seit Juli 2025. Diese Erhöhung betrifft die Betreiberseite und schmälert die Marge der Anbieter, sie ändert aber nichts daran, dass Sie als Spielerin oder Spieler Ihren Gewinn brutto wie netto behalten dürfen.

Der entscheidende Punkt für die Praxis: Wenn Sie bei einem Anbieter einen Gewinn auszahlen lassen, erhalten Sie den vollen Betrag, der in Ihrem Guthaben steht. Es gibt keine Constancia, keine Steuerbescheinigung und keinen vom Casino einbehaltenen Steueranteil, wie man ihn aus manchen anderen Ländern kennt. Was am Konto ankommt, gehört Ihnen.

win2day und der Graumarkt

Auch wenn die Steuerfrage für Spieler unabhängig vom Anbieter gleich ausfällt, sollten Sie den Unterschied zwischen win2day und Graumarkt-Anbietern kennen, weil er Ihre Auszahlung und Ihren Spielerschutz berührt.

**win2day** ist das einzige Online Casino mit österreichischer Konzession. Hier sind Auszahlung, Identitätsprüfung (KYC) und Spielerschutz nach österreichischen Vorgaben organisiert. Wer hier gewinnt, bewegt sich vollständig im legalen Rahmen, und die Auszahlung ist rechtlich abgesichert.

**Graumarkt-Anbieter** mit MGA- oder Curaçao-Lizenz sind dagegen nach österreichischem Recht nicht legal, auch wenn sie aktiv um Spieler aus Österreich werben. Sie zahlen Gewinne in der Praxis aus, doch die rechtliche Lage ist heikel. Österreichische Gerichte, bis hin zum **Obersten Gerichtshof (OGH)**, haben in mehreren Verfahren festgestellt, dass Verträge mit Anbietern ohne österreichische Konzession unwirksam sein können. Spieler konnten in solchen Fällen erlittene Nettoverluste zurückfordern, weil das Spiel mangels gültiger Konzession als rechtsgrundlos behandelt wurde.

Diese Rückforderungs-Rechtsprechung betrifft Verluste, nicht Gewinne, und sie ist kein steuerliches Thema im engeren Sinn. Sie zeigt aber, wie unsicher das Spielen im Graumarkt rechtlich ist. Wir empfehlen deshalb, beim Spiel auf seriöse Anbieter mit transparenter Auszahlung, deutschsprachigem Support und gelebtem Spielerschutz zu achten, und sich der Graumarkt-Stellung dieser Anbieter bewusst zu sein.

Steuer und Auszahlung in der Praxis

In der Praxis berührt die Steuer Ihre Auszahlung nicht direkt, ein paar Dinge sollten Sie aber trotzdem im Blick haben.

**Verifizierung (KYC):** Vor der ersten größeren Auszahlung verlangen seriöse Anbieter eine Identitätsprüfung. Das hat nichts mit Steuer zu tun, sondern mit Geldwäscheprävention und Spielerschutz. Halten Sie Ausweis und einen Adressnachweis bereit, dann läuft die Auszahlung reibungslos.

**Zahlungsweg und Nachvollziehbarkeit:** Ein- und Auszahlungen über eps-Überweisung, Klarna oder Banküberweisung tauchen auf Ihrem Kontoauszug auf. Das ist unproblematisch, weil der Gewinn steuerfrei ist. Banken können bei sehr hohen oder häufigen Beträgen aus Sorgfaltsgründen nachfragen, eine Steuerpflicht entsteht dadurch nicht.

**Belege aufbewahren:** Auch wenn keine Steuererklärung nötig ist, lohnt es sich, Transaktionsnachweise und Auszahlungsbestätigungen zu sichern. Bei Rückfragen der Bank oder im seltenen Fall einer Prüfung können Sie damit belegen, dass es sich um steuerfreie Glücksspielgewinne handelt.

**Sonderfall berufsmäßiges Spiel:** Wer das Spielen so betreibt, dass es einer planmäßigen, auf Einnahmen gerichteten Tätigkeit gleichkommt, etwa professionelles Pokern, bewegt sich in einer Grauzone, in der die Finanzverwaltung im Einzelfall eine Steuerpflicht prüfen kann. Das ist die seltene Ausnahme, nicht die Regel. Im Zweifel hilft hier nur die individuelle Steuerberatung.

Reform im Gange: Was sich ändern könnte

Der österreichische Glücksspielmarkt steht vor einem Umbruch. Eine **Reform ist im Gange**, mit der die Politik das bisherige Monopol mittelfristig auf ein moderneres Modell umstellen will. Im Gespräch sind eine neue, unabhängige Aufsichtsbehörde für das Glücksspiel sowie ein Lizenzmodell, das mehreren Anbietern den legalen Marktzutritt eröffnen könnte. Zeitplan und genaue Ausgestaltung sind noch nicht endgültig fixiert.

Ein konkreter Anker im Zeitplan ist das Auslaufen der bestehenden win2day-Konzession, die in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts endet und den Rahmen für eine Neuvergabe oder eine Marktöffnung setzt. Wie genau die Aufsicht künftig organisiert ist und welche Anbieter eine österreichische Lizenz erhalten, entscheidet sich erst im Lauf des Reformprozesses.

Für die Besteuerung der Spielerinnen und Spieler ändert sich nach heutigem Stand voraussichtlich nichts: Glücksspielgewinne bleiben für Privatpersonen steuerfrei. Verschieben dürfte sich vor allem die Betreiberseite, also wer legal anbieten darf und welche Abgaben dabei anfallen. Wir beobachten die Entwicklung laufend und aktualisieren diesen Ratgeber, sobald belastbare Beschlüsse vorliegen.

Häufige Fragen

**Muss ich Casino-Gewinne in Österreich in der Steuererklärung angeben?** In aller Regel nicht. Glücksspielgewinne von Privatpersonen unterliegen keiner Einkommensteuer und müssen daher grundsätzlich nicht in der Arbeitnehmerveranlagung angegeben werden.

**Behält das Casino Steuer von meinem Gewinn ein?** Nein. Sie erhalten den vollen Betrag aus Ihrem Guthaben. Die Steuerlast trägt der Betreiber über die Glücksspielabgabe, nicht der Spieler.

**Wie hoch ist die Glücksspielabgabe?** Die Online-Glücksspielabgabe wurde von 40 auf 45 Prozent erhöht und gilt seit Juli 2025. Sie betrifft den Betreiber, nicht Ihre Auszahlung.

**Ist es ein Unterschied, ob ich bei win2day oder bei einem Graumarkt-Anbieter gewinne?** Steuerlich nicht, beide Gewinne sind für Sie steuerfrei. Rechtlich schon: win2day ist das einzige legale Online Casino in Österreich, während EU- oder Curaçao-lizenzierte Anbieter im Graumarkt aktiv und nach österreichischem Recht nicht legal sind.

**Wo bekomme ich Hilfe bei Glücksspielproblemen?** Die Spielsuchthilfe ist unter 01 544 13 57 erreichbar. Wenn das Spielen zur Belastung wird, holen Sie sich frühzeitig Unterstützung. Spielen Sie nur mit Geld, dessen Verlust Sie verkraften, ab 18 Jahren.

SB

Sophie Brandner

Zahlungen und Banking, Österreich

Sophie prüft bei SpinVerdict die Zahlungsabwicklung österreichischer Online Casinos. Sie testet Einzahlungen und Auszahlungen über eps, Paysafecard, Klarna und Banküberweisung, dokumentiert KYC-Anforderungen und erklärt, worauf Spieler bei Limits, Gebühren und der Auszahlungsdauer achten sollten.

8 Jahre in der iGaming-Branche