Aktualisiert Juni 2026
Markt

Höhere Online-Glücksspielsteuer: 45 Prozent seit Juli 2025

Maximilian HuberRecht und Spielerschutz, Österreich
Kürzlich aktualisiert
4 Min. Lesezeit
Höhere Online-Glücksspielsteuer in Österreich seit Juli 2025
Höhere Online-Glücksspielsteuer in Österreich seit Juli 2025
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<p>Seit Juli 2025 verlangt der Bund eine höhere Abgabe auf Online-Glücksspiel. Die Glücksspielabgabe auf elektronische Lotterien stieg von 40 auf 45 Prozent der Bruttospieleinnahmen. Betroffen ist in erster Linie win2day, das einzige legale Online Casino in Österreich. Für Spieler bleibt die Steuer auf den ersten Blick unsichtbar, mittelfristig prägt sie aber das Angebot, die Auszahlungsquoten und die Diskussion um eine breitere Reform des Glücksspielmarktes.</p>

Was sich konkret geändert hat

Im Zuge der Budgetkonsolidierung hat die Bundesregierung die Glücksspielabgabe für Online-Ausspielungen angehoben. Bis Mitte 2025 galt ein Satz von 40 Prozent auf die Bruttospieleinnahmen, also auf die Einsätze abzüglich der ausgezahlten Gewinne. Seit Juli 2025 sind es 45 Prozent. Die Abgabe fließt an das Bundesministerium für Finanzen, das den Glücksspielsektor in Österreich auf Basis des Glücksspielgesetzes (GSpG) beaufsichtigt.

Die Erhöhung trifft den lizenzierten Online-Bereich, in dem aktuell nur ein Anbieter tätig ist: win2day, betrieben von den Österreichischen Lotterien. Da der Online-Glücksspielmarkt in Österreich als staatliches Monopol organisiert ist, betrifft die höhere Abgabe damit faktisch einen einzigen konzessionierten Betreiber. Für das Bundesbudget ist die Maßnahme dennoch relevant, weil das Online-Segment seit Jahren wächst.

Warum der Staat an der Steuerschraube dreht

Der Hintergrund ist budgetär. Angesichts angespannter öffentlicher Finanzen suchte die Regierung nach Einnahmequellen, die ohne breite Steuererhöhung für die Allgemeinheit auskommen. Eine höhere Abgabe auf Glücksspiel gilt politisch als vergleichsweise gut vermittelbar, weil sie als Lenkungsabgabe auf ein potenziell schädliches Konsumgut dargestellt werden kann.

Gleichzeitig steckt darin eine Spannung. Eine sehr hohe Abgabe verteuert das legale Angebot und kann es im Vergleich zu nicht konzessionierten Anbietern unattraktiver machen. Genau diese nicht konzessionierten Anbieter, überwiegend in Malta oder Curaçao lizenziert und im österreichischen Graumarkt aktiv, zahlen keine österreichische Glücksspielabgabe. Kritiker warnen daher, dass eine zu hohe Steuer Spieler indirekt in den unregulierten Bereich drängen könnte.

Folgen für die Spieler

Direkt spürbar ist die Erhöhung für Spielerinnen und Spieler kaum, denn die Abgabe wird beim Betreiber erhoben und nicht auf den einzelnen Einsatz aufgeschlagen. Glücksspielgewinne aus legalen Angeboten bleiben in Österreich für die Privatperson grundsätzlich steuerfrei. Wer bei win2day gewinnt, muss diesen Gewinn nicht in der eigenen Steuererklärung angeben.

Mittelbar kann eine höhere Abgabe dennoch wirken. Steigen die Kosten des Betreibers, gibt es weniger Spielraum für großzügige Auszahlungsquoten, Boni und Aktionen. Ob und wie stark sich das auf das konkrete Angebot von win2day auswirkt, lässt sich derzeit nicht seriös beziffern und hängt von vielen weiteren Faktoren ab. Pauschale Aussagen über sinkende Gewinnchancen wären zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation.

Wichtig bleibt die Einordnung: Wer in Österreich legal online spielen möchte, kann das nur bei win2day tun. Alle anderen im Inland erreichbaren Marken sind EU- oder Curaçao-lizenziert und im österreichischen Graumarkt aktiv. Sie sind nach österreichischem Recht nicht konzessioniert, und der Spielerschutz greift bei ihnen nicht in derselben Weise wie beim lizenzierten Anbieter.

Teil einer größeren Reformdebatte

Die Steuererhöhung steht nicht für sich allein. In Österreich ist eine umfassende Reform des Glücksspielrechts im Gange. Im Raum stehen unter anderem eine eigenständige Glücksspielbehörde, ein möglicher Übergang vom Monopol zu einem Mehrlizenzmodell sowie strengere Vorgaben beim Spielerschutz. Diese Vorhaben sind politisch erklärt, aber noch nicht in Kraft, und Details können sich im Gesetzgebungsprozess noch deutlich verändern.

Die zeitliche Nähe zur auslaufenden Online-Konzession verschärft die Debatte zusätzlich. Die Frage, wie der österreichische Online-Markt nach 2027 organisiert wird und welche Abgaben künftig gelten, ist offen. Bis dahin bleibt die höhere Glücksspielsteuer von 45 Prozent ein fixer Bestandteil des aktuellen Rahmens.

Auch ein europäischer Aspekt schwingt mit. Auf EU-Ebene wird seit Längerem über die Vereinbarkeit nationaler Monopole mit dem Binnenmarkt gestritten. Soweit gerichtliche Verfahren zu diesen Fragen anhängig sind, sollten Spieler einzelne Entscheidungen vorsichtig einordnen, da sich die rechtliche Lage weiterentwickeln kann. Für den Moment gilt: Das österreichische Online-Monopol besteht, win2day ist der einzige legale Anbieter, und die Abgabe liegt seit Juli 2025 bei 45 Prozent.